Die Preisträger 2011

Gertrud-Eysoldt-Ring / Kurt-Hübner-Regiepreis

Nicholas Ofczarek; Foto: Binh Truong
12.12.11

Der Gertrud-Eysoldt-Ring wird am 24. März 2012 im Parktheater Bensheim an Nicolas Ofcarek verliehen.

Damit geht nach Klaus Maria Brandauer (2008) und Kirsten Dene (2010) der von der Stadt Bensheim verliehene Gertrud-Eysoldt-Ring erneut nach Österreich. Bekanntgegeben wurde der Eysoldtpreisträger 2011 am Freitag dem 9. Dezember in der Kuratoriumssitzung der Ringelbandstiftung durch den neuen Juryvorsitzenden Frank Baumbauer.
Er würdigte den 1971 in Wien geborenen Schauspieler und Mitglied des Burgtheaters als einen Schauspieler, „von dem man nicht den Blick abwenden kann, wenn er auf der Bühne ist“. Ofczarek stelle auf der Bühne eine Vitalität dar, die er so noch nicht gesehen habe. Seine Schauspielkunst macht Horváths Kasimir in der Aufführung „Kasimir und Karoline“ am Münchner Residenztheater zum Ereignis“, so Baumbauer, der als einer der wichtigsten Theaterintendanten der vergangenen 20 Jahre gilt.

Aus der Begründung der Jury: "Ofczarek ist es in der Rolle des Kasimir so umwerfend gelungen, sich mit hoher Energie, etlicher Kraftmeierei, Humor und Raffinesse gegen 'seinen Abbau' zu wehren und gerade darin seine Verletztheit, seine Leere und Verzweiflung umso deutlicher zu zeigen. Nicholaus Ofczarek machte uns Lachen und zeigte uns darin auch den Schrecken. Zugleich zog der Schauspieler alle Fäden zwischen seinen Mitspielern auf der Bühne zu einem Gewebe zusammen und schaffte zudem als Spieler und Spielmacher eine sympathische Verbrüderung mit dem Publikum und zwar so wie es nur wenige Schauspieler vermögen. In diesem Sinne ist er auch als Kasimir ein großartiger Volksschauspieler, in dem Volksstück von Horvath."

Nicholas Ofczarek wurde schon mehrfach für seine Schauspielkunst ausgezeichnet, unter anderem zweimal mit dem Nestroy-Theaterpreis. Er gastierte mehrfach bei den Salzburger Festspielen, zurzeit in der Titelrolle des „Jedermann“, die ihm hervorragende Kritiken brachte. Auch dem Fernsehpublikum ist der Schauspieler bekannt. Unter anderem spielte er in dem Film „Falco – Verdammt, wir leben noch!“ die Rolle des Falco-Entdeckers Markus Spiegel.

Die Entscheidung für den mit dem Eysoldt-Preis verbundenen Förderpreis für junge Regisseure fiel auf Antú Romero Nunes für seine Inszenierung von „Rocco und seine Brüder“ am Maxim Gorki Theater in Berlin. Die nach dem gleichnamigen Filmstoff von Luchino Visconti von dem 28-jährigen Regie-Absolventen der Berliner Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ inszenierte Aufführung hatte im Mai Premiere.

Der Gertrud-Eysoldt-Ring ist der bedeutendste Theaterpreis im deutschsprachigen Raum und wird seit 1986 jährlich im März in Bensheim vergeben. Mit der Vergabe des „Gertrud-Eysoldt-Ringes“, einem mit 10 000 Euro dotierten Ehrenring, würdigt die Stadt eine schauspielerische Leistung an einer deutschsprachigen Bühne. Erste Preisträgerin war Doris Schade im Jahre 1986 und ihr folgten in den vergangenen 24 Jahren große Schauspielerinnen und Schauspieler, wie beispielsweise Cornelia Froboes, Corinna Harfouch, Nina Hoss, Hans-Michael Rehberg, Ulrich Mühe, Ulrich Matthes, Tobias Moretti oder Klaus Maria Brandauer.

Der „Gertrud-Eysoldt-Ring“ geht auf ein Vermächtnis des Journalisten und Theaterkritikers Wilhelm Ringelband zurück, der bis zu seinem Tod in Bensheim lebte und in seinem Testament einen Schauspielerpreis mit dem Namen von Gertrud Eysoldt verfügte. Der Schauspielerin war Ringelband über viele Jahre durch einen regen Briefwechsel verbunden.
Vergeben wird der Ring, der dem Preisträger tatsächlich angesteckt wird, auf Vorschlag der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste. Über die Vergabe des Preises entscheidet eine dreiköpfige Jury, die sich in diesem Jahr aus dem Juryvorsitzenden Frank Baumbauer und den beiden Co-Juroren Barbara Mundel (Intendantin Theater Freiburg) und Matthias Lilienthal (Künstlerischer Leiter und Geschäftsführer des Hebbel am Ufer in Berlin) zusammensetzt.
Neben dem „Gertrud-Eysoldt-Ring“ wird seit 1991 zusätzlich ein mit 5000 Euro dotierter Förderpreis für eine junge Regiearbeit – der Kurt-Hübner-Regiepreis - vergeben.

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