Hörspiel des Monats/Jahres 2012
April 2012
Realisation: Thomas Weber / Volker Zander
Musik: Kammerflimmer Kollektief
Produktion: SWR 2012
Länge: 54’47’’
Erstsendung: 30.03.2012
Die Begründung der Jury:
„Egal wer es geschaffen hat, wem es gehört, wer es benutzt und wozu”, in seinem eigenen Hirn kenne er sich selbst am besten aus, behauptet der Physiologe und Physiker Hermann von Helmholtz (1821-1894) und fordert den lieben Gott zu einem Wettrennen heraus. Noch während der sich seine Turnschuhe zuschnürt, hechtet Helmholtz durch das ovale Fenster im rechten Ohr in seinen eigenen Kopf.
Das titelgebende „ovale Fenster” von Thomas Webers und Volker Zanders Hörstück ist eine Membran, die das Mittel- vom Innenohr separiert und als Verstärkerelement Schallwellen aus der Luft auf die Ohrflüssigkeit überträgt. Auf dem Weg zum Kostbarsten, was sein Kopf enthält, durchquert Helmholtz eine dunkle Kaverne, die sich bald als „ein von längerer Unaufmerksamkeit ausgehöhlter Komplex äußerst grundlegender Überlegungen” entpuppt. Kurz darauf findet er sich in einer „erzlinear organisierten Trostlosigkeit wieder, die als Datenautobahn zu erkennen er sich entschlossen weigerte, weil er weder bereit war zu begreifen, was Daten waren, noch zu verstehen, was man sich unter einer Autobahn denken sollte” und muss sich mit einer „Scharfsinnsklinge” durch die Architektur seines Gehirns schlagen.
Dietmar Daths extra für dieses Hörstück verfasster Text steht in der Tradition der phantastischen Literatur. In ihm treffen die Naturwissenschaften des 19. auf Diskurse des 21. Jahrhunderts, eindimensionale Science Fiction auf wahrnehmungs¬psychologische Paradoxien und typisch Dath’sche Satzverschachteltungen auf Helmholtz’ nicht minder verschachtelte Sätze zur Sinnesphysiologie des Hörens. Grundiert, illustriert und beglaubigt werden sie von den flirrenden Sounds des Elektronik-Trios „Kammerflimmer Kollektief”. Zusammen mit den O-Tönen der amerikanischen Musikpsychologin Diana Deutsch ergibt sich ein amüsantes und inspirierendes erzählerisch-diskursiv-musikalisches Kontinuum.
März 2012
von Felix Kubin
Komposition und Realisation: Felix Kubin
Redaktion: Katarina Agathos
Produktion: BR 2006/2012
Länge: 49’58’’
Erstsendung: 30.03.2012
Februar 2012
von Till Müller-Klug
Regie: Thomas Wolfertz
Redaktion: Isabel Platthaus
Produktion: WDR 2012
Länge: 54’30’’
Januar 2012
Hörspiel nach Texten von Jugendlichen aus dem Gaza Streifen
Bearbeitung und Regie: Katrin Moll
Redaktion: Barbara Gerland
Produktion: Deutschlandradio Kultur 2012
Länge: 44’38’’
Erstsendung: 16.01.2012
