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| Fernsehfilm-Festival | ||||||||||||||||||
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Das Fernsehfilm-Festival Baden-Baden findet jedes Jahr Ende November, im Kurhaus in Baden-Baden statt. Es ist eine gemeinsame Veranstaltung der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und des Senders 3sat. An vier Tagen werden 12 Filme öffentlich vorgeführt und unmittelbar anschließend von einer jährlich wechselnden Jury diskutiert. Diese wählt am Ende des Festivals den Preisträger für den Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und weitere Sonderpreise aus, die bei der festlichen Abschlussveranstaltung vergeben werden.
Bedingungen zur Einreichung beim Fernsehfilm-Festival Baden-Baden
Alle deutschsprachigen Sender (ARD, ARTE, ORF; ProSieben, RTL, Sat.1, Schweizer Fernsehen und ZDF) haben die Möglichkeit und das Recht, einen Fernsehfilm für den Wettbewerb um den Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste zu nominieren und einen weiteren vorzuschlagen. Vier Filme werden von den Mitgliedern der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste ausgewählt. Produzenten und Regisseure können selbst keine Programme einreichen, sind aber eingeladen, der Wettbewerbsleitung Vorschläge für die Akademie-Auswahl zukommen zu lassen.
Zum Wettbewerb sind keine Mehrteiler zugelassen. Der zu beobachtende Sendezeitraum beginnt am 16. November des Vorjahres und endet am 15. November des laufenden Jahres. Die ausgewählten Filme werden in der Woche des Festivals auf dem Sender 3sat ausgestrahlt. Mit Hilfe einer Telefon- und Internetabstimmung wird der 3sat-Zuschauerpreis ausgelobt, der ebenfalls in Baden-Baden bei der Abschlussveranstaltung verliehen wird. Einreichungsunterlagen: drei DVD, eine vollständige Stab- und BesetzungslistePresseheft bzw. Pressetexte
MFG-Star-Baden-Baden
Am letzten Tag des Festivals findet außerdem die Prämierung des MFG-Star-Baden-Baden statt. Der Preis wird einer Nachwuchsregisseurin oder einem Nachwuchsregisseur verliehen, der sein Erstlings- oder Zweitlingswerk in Baden-Baden vorstellt. Die Vorauswahl der noch nicht im Fernsehen ausgestrahlten Filme trifft eine dreiköpfige Jury. Es werden vier Filme ausgewählt, die in Baden-Baden vorgeführt werden. Im Anschluss gibt es jeweils ein Gespräch mit den Regisseurinnen und Regisseuren. Die Jurorin oder der Juror ist eine von der Festivalleitung und der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg ausgewählte Person. Die Dotierung (eine Sonderleistung zur Weiterbildung) wird von der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg mbH zur Verfügung gestellt. Der MFG-Star wird ebenfalls am letzten Abend des Festivals bei der Preisverleihung verliehen
Der Fernsehfilmpreis 1964 bis heute
1958 hat Erwin Piscator als eine der Aufgaben und Ziele der Akademie die „systematische Beobachtung der Original-Fernsehspiele deutscher Autoren und aller Klassiker-Inszenierungen im Fernsehen“ gefordert. 1963 stellten die Akademie-Mitglieder Hans Gottschalk und Helmut Krapp den Antrag auf Einführung eines „Fernseh-Akademiepreises“ für eine schöpferische Leistung auf dem Gebiet des Fernsehens. Auszuzeichnen seien Produktionen, die neue ästhetische Möglichkeiten aufzeigen. Die Vorschläge sollen von der ARD, dem ZDF und der Akademie kommen. Jedes Mitglied habe das Recht, auf Sendungen für die Vorschlagsliste hinzuweisen. Der damalige Programmdirektor der ARD, Hans-Otto Grünefeld, und der ARD-Vorsitzende Claus von Bismarck äußerten sich positiv. Die Statuten wurden von Helmut Krapp. Hans Gottschalk und Franz Peter Wirtz erarbeitet. 1964 wurde der erste Fernsehpreis der Akademie an Heinar Kipphardt für „In der Sache J. Robert Oppenheimer“ verliehen. Der Preis war eine Plastik des Künstlers Hermann Goepfert. Kipphardt sprach über „Fernsehen und Wirklichkeit“.
Von 1964 bis 1988 musste die Akademie die öffentlich-rechtlichen Sender bitten, der Jury in den Sendeanstalten Gastrecht zu gewähren. Die Verleihungen fanden bis 1978 an verschiedenen Orten, von 1979 bis 1989 im Kommunalen Kino des Frankfurter Filmmuseums statt. Preisträger in den Jahren 1964 bis 1988 waren u.a. Peter Lilienthal, Egon Monk, Rolf Hädrich, Rainer Werner Fassbinder, Wolfgang Menge, Helma Sanders, Rainer Boldt, Werner Schroeter, Hellmuth Costard, Fritz Lehner, Gert Heidenreich, Peter Schulze-Rohr und Axel Corti. Hin und wieder waren die Kopien von schlechter Qualität, die Sender wenig kooperativ oder Unstimmigkeiten über die Kriterien der Preisverleihung führten dazu, dass kein Preis verliehen wurde. Der zahlreichen Querelen müde, wurde auf Betreiben von Hans Abich, Gertraud Linz, Hermann und Lore Naber sowie Dietmar N. Schmidt eine neue feste Heimstatt für den Fernsehpreis gesucht. Die Beziehungen vor allem von Abich, Linz und Nabers zur Stadt Baden-Baden trugen Früchte. Die Stadt Baden-Baden erkannte die Bedeutung der Unternehmung, und schon im November 1989 gab es die ersten „Baden-Badener Tage des Fernsehspiels“. Die Akademie, die Stadt Baden-Baden und die Bäder- und Kurverwaltung zeichneten als Veranstalter. Die Leitung oblag Gertraud Linz, Hans Abich war Vorsitzender der Jury. Die Vorführung der Fernsehspiele und die Jury-Diskussionen waren erstmals öffentlich. Eine Fülle von Podiumsdiskussionen und Retrospektiven umrahmten das Festival. Hervorzuheben sind u.a. „Anpassung und Selbstbehauptung – Fernsehspielgeschichte der DDR als Zeitgeschichte“. Seit 2000 nennt sich die Veranstaltung „Fernsehfilm-Festival Baden-Baden“. |
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