Preisverleihung 2011

v. l. n. r. Hermann Beil, Bernd Neumann, Kevin Rittberger, Thorsten Herrmann, Kirsten Dene, Alexander Khuon, Burkhard C. Kosminski, Eva Kühne-Hörmann, Klaus Völker, Petra Gerster

 

Anlässlich des 25jährigen Jubiläums hat die Stadt Bensheim am 12. März den Getrud-Eysoldt-Ring gleich zweimal, an eine Schauspielerin und einen Schauspieler, vergeben.

Die Juroren Peter Iden, Hans-Dieter Jendreyko und Burkhard C. Kosminski haben den Gertrud-Eysoldt-Ring 2010 Kirsten Dene sowohl für ihr Lebenswerk als auch für ihre herausragende Leistung in zwei aktuell laufenden Aufführungen zuerkannt: An der Schaubühne Berlin ist sie in der Rolle der Gunhild in Ibsens „John Gabriel Borkmann“ (Regie: Thomas Ostermeier, 2008) zu sehen und am Burgtheater Wien in der Rolle der Violet Weston in Tracy Letts „Eine Familie“ (Regie: Alvis Harmanis, 2009). Für diese Arbeit wurde sie in diesem Jahr mit dem „Nestroy“ als beste Schauspielerin ausgezeichnet. Die Laudatio für Kirsten Dene hielt Hermann Beil.

 

Alexander Khuon ist der zweite Träger des Gertrud-Eysoldt-Rings. Der Preis wird ihm für die Gestaltung der Rolle des Schriftstellers Trigorin in Tschechows Stück „Die Möwe“, das derzeit im Berliner Deutschen Theater zu sehen ist, zuerkannt. Großen Erfolg hatte er auch an der Seite von Corinna Harfouch und Ulrich Matthes in „Wer hat Angst vor Virginia Wolf?“ und in der Verfilmung von Marcel Reich Ranicki „Mein Leben“ hinterließ er ebenfalls nachhaltigen Eindruck. Die Laudatio für Alexander Khuon, hielt Burkhard C. Kosminski.

 

Den Kurt Hübner-Preis 2010 erhält der Autor und Regisseur Kevin Rittberger für seine Bühneneinrichtung von Dietmar Daths Roman „Die Abschaffung der Arten“, bei der es ihm überzeugend gelungen ist, das Groteske und das Lehrstück, die spekulative, phantastische Evolutionstheorie der Vorlage szenisch zuzuspitzen und sehr spielerisch auf die Bühne zu bringen. Die Aufführung, die am 8. 11. 2009 Premiere gehabt hat, steht weiterhin auf dem Spielplan des Deutschen Theaters in Berlin. Und eine ebenso überzeugende szenische Form hat Rittberger für die „Nachrichten aus der ideologischen Antike“ von Alexander Kluge gefunden. Dem Lehrstückhaften, der politischen Aussagekraft der Texte geben die turbulenten Grand Guignol- Szenen und die grotesken Clownsspiele, die Rittberger mit seiner Bühneninszenierung zu entfesseln versteht, die nötige szenische Energie. Diese im Januar 2010 am Hamburger Schauspielhaus gestartete Produktion soll dort im März 2011 wieder gespielt werden und für Herbst 2011 ist ein Gastspiel in Düsseldorf geplant.