Preisverleihung 2010

v.l.n.r.: Hermann Beil, Präsident der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, Barbara Nüsse, Eysoldtpreisträgerin 2009, Thorsten Herrmann, Oberbürgermeister der Stadt Bensheim, Volker Bouffier, Innenminister des Landes Hessen, Tilmann Köhler, Kürt-Hübner-Regiepreisträger, Prof. Klaus Völker, Juror für die Vergabe des Kurt-Hübner-Regiepreises
Eysoldtring 2009 für Barbara Nüsse

Im Parktheater wurde zum 24. Male der mit 10.000 Euro dotierte Gertrud-Eysoldt-Preis an die Schauspielerin Barbara Nüsse verliehen. Der Eysoldt-Preis gilt als der bedeutendste Theaterpreis im deutschsprachigen Raum.

Laudator Professor Dr. Peter Iden verwies auf die Fähigkeit Nüsses, auf den Grund der von ihr verkörperten Person zu stoßen. Dabei gehe sie an die Grenze der körperlichen Anstrengung, wie es vor allem in der erstaunlichen, nur mit Frauen besetzten Inszenierung von Karin Beier des Shakespeare-Stückes „König Lear“ am Schauspielhaus Köln zu sehen war. Iden sprach aber auch von der Lebensleistung der Schauspielerin und zahlreichen unvergessenen Rollen auf bedeutenden Bühnen, dem Ort, der ihr Lebensplatz sei.

Die Auszeichnung nannte die 67 Jahre alte Schauspielerin eine große Ehre und erwähnte die Reihe großartiger Kollegen, in die sie jetzt aufgenommen sei. Sie las zum Dank ein Kapitel aus dem im vorigen Jahr erschienenen Roman „Zwei schwarze Jäger“ der Büchnerpreisträgerin Brigitte Kronauer und zeigte einmal mehr, wie durch Einfühlungsvermögen und Ausdrucksstärke Literatur lebendig wird.

Kurt-Hübner-Regiepreis 2009 für Tilmann Köhler

Der mit 5.000 Euro ausgestattete Preis für junge Regisseure ging an Tilmann Köhler. Die Laudatio auf den Preisträger des Förderpreises für junge Regisseure hielt Klaus Völker, der den 30 Jahre alten Tilmann Köhler schon als Student der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ kannte, die er von 1993 bis 2005 geleitet hatte. Mit seiner Inszenierung von Brechts „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ am Staatsschauspiel Dresden sei ihm eine großartige Arbeit mit beängstigender Wucht und Intensität als aktuelles Drama zur Finanzkrise gelungen.

Eysoldt-Matinee

Früher waren es die Werkstatt-Gespräche am Vorabend der Preisverleihung, heute ist es die sonntägliche Matinee am Vormittag nach der Preisverleihung, wo im lockeren Gespräch – in diesem Jahr erstmals von Akademie-Präsident Hermann Beil geführt – Einblicke in die Arbeit der aktuellen Preisträger gegeben werden.

Verbunden war die Matinee in diesem Jahr mit der Ehrung des langjährigen Präsidenten der Akademie der Darstellenden Künste, Dr. Walter Konrad. Mit der Verleihung der Ehrenspange dankte die Stadt Bensheim Dr. Konrad für sein Engagement bei der Gestaltung des kulturellen Lebens der Stadt. Von 2000 bis 2009 war Konrad Akademie-Präsident und in diese Zeit fielen der Umzug der Akademie von Frankfurt nach Bensheim und die Neustrukturierung der Eysoldtpreisverleihung.