Hörspiel des Monats/Jahres 2019

Juni

©Bothor
90° 0‘ 0‘‘ S
von Maren Kames, Milena Kipfmüller und Claus Janek
Regie:  Milena Kipfmüller
Dramaturgie: Manfred Hess
Produktion: Autor-/innenproduktion für den/mit dem SWR 2019
Länge: 51'34‘‘
Erstsendung: 27.06.2019
Die Begründung der Jury

Emotionalisierend, melangierend, introspektiv – das Hörspiel 90° 0‘ 0‘‘ S überrascht durch ungewöhnliche Produktionsbedingungen und ragt mit seiner gelungenen Mischung von Klang, Text und Musik heraus. In experimenteller Weise durchdringen sich diese Darstellungsgenres auf kunstvolle Weise. Das Hörspiel schildert eine fiktive Reise zur Antarktis, in die Kälte, Einsamkeit und Weite; eine Reise, die einer freiwilligen Selbstentäußerung gleich kommt. Die drei Künstler Maren Kames (Autorin), Milena Kipfmüller (Regisseurin) und Claus Janek (Komponist) erhielten mit Unterstützung des SWR-Realisationsteams die Möglichkeit in einer abgeschlossenen Produktionsatmosphäre in gleichberechtigter Arbeitsweise eine außergewöhnliche Kunstform zu schaffen. Herausragende Verfremdungseffekte, das Changieren verschiedener Ebenen, insbesondere auch auf einer künstlerischen Metaebene, fördern eine neue, inspirierende Sicht auf die Welten. Wichtige Komponenten von Maren Kames‘ Inszenierungsmethode – sich fremd machen, den Blick weit stellen, die Dinge neu wahrnehmen – führen dazu, dass Hörerinnen und Hörer neugierig in die Erzählung eintauchen, sich ihr bedingungslos ausliefern und schließlich distanzlos in ihr aufgehen. Ein elementarer Baustein dabei ist Maren Kames‘ Aufsehen erregender Gedichtband Halb Taube Halb Pfau. 90° 0‘ 0‘‘ S bewegt sich in einem unabgeschlossenen Zeitfluss, zwischen dem lyrischen Ich und konkreten geografischen Orten. Es entwickelt eine enorme Spannweite und evoziert bizarre Ideen und spontane Assoziationen, die eine konventionelle Handlung überflüssig zu machen scheinen. Das Hörspiel lässt den Sätzen Raum zu wirken und pendelt so zwischen der Weite der erzählten Kopf-Landschaft und den unwirtlichen Bedingungen der realen Antarktis – schmale, scharfe Grenzen in unwägbarem Weiß. Es arbeitet mit ungewöhnlichen, poetischen Metaphern: Momente in fein ziselierter Sprache, genaue Beobachtungen von authentischen Begebenheiten in der südpolaren Fremde. Eindringliche Motive von Einsamkeit und Kälte lassen sich hier erstaunlicherweise als Möglichkeit von Freiheit verstehen. Claus Janeks Soundscapes, Klangstrukturen und Imitationen menschlicher Lautäußerung verstärken die lyrische Ebene des Stücks. Seine Klangpoesie tritt manchmal schillernd in den Vordergrund, um sich dann aber sofort wieder unterzuordnen und den Fluss des Hörspiels mittels ihrer hochartifiziellen Eigenständigkeit wirkungsvoll zu unterstützen. Janeks Kompositionen zeichnen sich aus durch originelle Klangästhetik und dichte Atmosphärengestaltung, Eigenschaften, die das Hörspiel auch ohne direktes Verstehen der Worte zu einem spannenden Erlebnis werden lassen.

Mai

© WDR
GUTER RAT – RINGEN UM DAS GRUNDGESETZ
aus den Protokollen des Parlamentarischen Rates 1948 - 49
Dokumentarische Serie um die Entstehung des Grundgesetzes vor 70 Jahren
Mit Texten von Terézia Mora, Özlem Özgül Dündar, Georg M. Oswald, Frank Witzel
Bearbeitung: Phillip Stegers und Benjamin Quabeck
Regie: Annette Kurth, Petra Feldhoff, Claudia Johanna Leist, Thomas Leutzbach, Benjamin Quabeck
Dramaturgie: Martina Müller-Wallraf und Hannah Georgi
Teil 1 – Berufung auf Gott / 27‘44‘‘
Teil 2 – Parlament und Volksentscheid / 28‘06‘‘
Teil 3 – Männer und Frauen / 27‘58‘‘
Teil 4 – Die Rechte unehelicher Kinder / 27‘44‘‘
Teil 5 – Die Würde des Menschen ist unantastbar / 28‘25‘‘
Teil 6 – Eine Zensur findet nicht statt / 27‘25‘‘
Teil 7 – Deutschland in Europa / 26‘42‘‘
Teil 8 – Das Wahlrecht / 28‘19‘‘
Produktion: WDR/DLF/BR 2019 für die Hörspielprogramme der ARD
Erstsendung: 22.05. – 25.05.019

Eine lobende Erwähnung spricht die Jury für Esther Kinskys erstes Originalhörspiel „Stein, Stiel, Schlehe“ (BR 2019) aus, das die kristalline Schönheit von Sprache mit großer Bedachtsamkeit und kreativer Intensität in Bezug zu Naturthemen und ihren immerwährenden Wandlungs- und Verfallsprozessen setzt.

Die Begründung der Jury

Von den Vätern und Müttern des Grundgesetzes lernen? Dieses schwierige Unterfangen gelingt dem dokumentarisch-erzählerischen Hörspiel in beeindruckender Weise. Gestaltet als Mehrteiler in acht Folgen, verknüpft es zwei Ebenen: wortgetreue Transkriptionen der Beratungsgespräche und literarisch-künstlerische Texte heutiger Autorinnen und -autoren wie Terézia Mora, Georg M. Oswald, Özlem Özgül Dündar und Frank Witzel. „Guter Rat“ präsentiert auf diese Weise acht Perspektiven auf die Gegenwartsbedeutung der damaligen Leistung: „Berufung auf Gott“, „Parlament und Volksentscheid“, „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“, „Die Rechte unehelicher Kinder“, „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, „Eine Zensur findet nicht statt“, „Deutschland in Europa“ und „Das Wahlrecht“.

Die Serie zeigt, wie hart das Ringen um Verfassungsbegriffe wie „Einigkeit“, „Recht“ und „Demokratie“ war – eine bleibende Mahnung für die heutige Zeit. Hierbei werden Sätze, Begriffe und Aussagen des Grundgesetztextes auf all ihre Schattierungen und ihren tiefsten Sinngehalt hin abgeklopft. Berückend ist die Mischung von Originaltönen mit musikalischen Untermalungen, den aktuellen Gegenwartsstimmen und den nachgesprochenen Sequenzen. So entsteht keine ermüdende Geschichtsstunde, sondern sowohl ästhetisch als auch informativ gewinnbringende Unterhaltung. Selbst Menschen, für die eine Beschäftigung mit diesem Material nicht alltäglich ist, werden „Guter Rat – Ringen um das Grundgesetz. Aus den Protokollen des Parlamentarischen Rates 1948-49“ als spannend und unterhaltsam empfinden. Demokratiebildung im besten Sinne: eindringlich, elegant und ausgesprochen gut inszeniert.

Erkennbar basierend auf intensiven Auswertungen der erhaltenen Protokollbände des Parlamentarischen Rats ist ein großartiges historisches Dokumentarstück entstanden, das zugleich auch als ein wichtiges Gegenwartshörspiel die Lebendigkeit der Texte und Inhalte des Grundgesetzes nachdrücklich zu Ohren und vor Augen führt. Es pointiert die Rolle der damaligen Akteure durch originale Tondokumente im Wechsel mit inszenierten Szenen, gesprochen von heutigen Schauspielern, um die Erinnerung an komplexe Entscheidungsprozesse bewahren zu können. Verantwortet von den fünf Regisseurinnen und Regisseuren Annette Kurth, Petra Feldhoff, Claudia Johanna Leist, Thomas Leutzbach und Benjamin Quabeck überzeugt „Guter Rat – Ringen um das Grundgesetz“ zum 70. Jubiläum durch eine geschickte Auswahl der historischen Textdokumente und eine erstaunlich abwechslungsreich gefärbte Inszenierung.

April

© ORF/ Ursula Hummel-Berger
GEH DICHT DICHTIG!
Hörspieldialog mit Elfriede Gerstl
von Ruth Johanna Benrath
Regie: Christine Nagel
Komposition: Lauren Newton
Produktion: ORF/BR 2019
Länge: 42'
Erstsendung: 07.04.2019
Die Begründung der Jury

Worin liegt der Reiz am literarischen Dialog mit einer sprachmächtigen Autorin? Das Hörspiel „GEH DICHT DICHTIG!“ liefert eine ungewöhnliche Antwort. Konzipiert als Hommage an die 2009 verstorbene Wiener Dichterin Elfriede Gerstl, an deren Werk, vor allem ihren anarchischen Umgang mit Sprache, anlässlich des zehnten Todestages erinnert werden soll, gestaltet es einen imaginären Dialog von Gerstl (gespielt von Gerti Drassl) mit der Autorin Ruth Johanna Benrath (Dörte Lyssewski).

Die Lebendigkeit im fiktiven Dialog, der normalerweise nur live so entstehen könnte, wird wirkmächtig verstärkt durch eine zusätzliche Stimme in Form von Lautimprovisationen der US-amerikanischen Klangkünstlerin Lauren Newton. Diese neue Art eines Trialogs auf verschiedenen Gestaltungsebenen verleiht dem fiktiven Austausch ironischer Textfragmente und Gedankenketten eine besondere Note und große Intensität.

Äußerst gelungen wirkt das Wechselspiel der drei Klangquellen, die im Endprodukt völlig assoziativ entstanden zu sein scheinen. Dieses wechselseitige Durchdringen macht den Reiz von „GEH DICHT DICHTIG!“ aus. Auf diese Weise entsteht ein lautpoetisches Klangkunsthörspiel außergewöhnlicher Art: Der Klang der Sprache wird schillernd transportiert, die Geräusche irritieren im besten Sinne, die Mischung mit konkreter Sprache schafft Distanz und provoziert zugleich beim Zuhören. Das Zulassen des Assoziativen evoziert den dadaistischen Effekt des scheinbar Kindlich-Naiven, des bewusst Nicht-Reflektierten. Sprache wird gebraucht, um Sprache um- und aufzuschürfen und ihr eine neue Lebendigkeit durch die Freude am Wort und am Vokalisieren zu verleihen. Das anarchistische Zulassen von Sprachexperiment und fantasievollem Sprachwitz führt bei Ruth Johanna Benraths Hörspiel zu einem Feuerwerk der Töne: Wie sich Sätze und Worte auflösen, löst sich am Ende des sprachmusikalischen Hörspiels auch das Spiel der beiden Autorinnen auf.

März

© Andrea Kremper/SST
HAFEN
von Mishka Lavigne
Regie: Anouschka Trocker
Musik: Bo Wiget
Übersetzung: Frank Weigand
Redaktion: Anette Kührmeyer
Produktion: SR/DLF Kultur 2018
Länge: 85'59‘‘
Erstsendung: 10.03.2019

Eine lobende Erwähnung spricht die Jury aus für das beeindruckend gestaltete Hörspiel Bilder deiner großen Liebe (Produktion: Bayerischer Rundfunk / Realisation: Sebastian Stern) nach dem gleichnamigen, posthum veröffentlichten Roman Wolfgang Herrndorfs. Die dichte Atmosphäre vermittelt den Roadmovie-Eindruck eindringlich und authentisch, besonders durch die herausragende schauspielerische Leistung von Enea Boschen.

Die Begründung der Jury

Das Hörspiel „Hafen“ von Mishka Lavigne (SR/Deutschlandfunk Kultur, Regie: Anouschka Trocker), ins Deutsche übersetzt aus dem kanadischen Französisch von Frank Weigand, schildert in ironisch-lakonischer Sprache einen dramatischen Bewältigungs- und Selbstfindungsprozess zweier Protagonisten: Elsies Versuch, den tödlichen Autounfall ihrer berühmten (Schriftsteller-) Mutter zu bewältigen, und Matts Streben danach, sich seiner Herkunft aus Bosnien zu vergewissern. Die perfekt ineinander verschränkten Parallelgeschichten (vor allem das scheinbar zufällige Aufeinandertreffen von Matt und Elsie) mit Sarajevo als Referenzpunkt bzw. Motiv erzählen von unbewältigten Verlusterfahrungen und der tastenden Suche nach einer Zukunftsperspektive.

Metaphorisch geschickt inszeniert die Autorin diesen Prozess über das surreale Mittel eines Kraters, der sich unvermittelt in Elsies Straße aufgetan hat. Das intelligent konstruierte Hörspiel überzeugt durch eine Sprache, die bei aller Dramatik stets unprätentiös-realitätsnah bleibt und deren Inszenierung oft mit Gegenschnittvarianten arbeitet: figurales Ich, Dialoge, Off-Kommentare, Spiel mit Hintergrundgeräuschen zur Verdopplung, harte Gegenschnitte zur Verstärkung von Selbst- und Fremdwahrnehmung. Die musikalischen Interpunktionen von Bo Wiget beeindrucken einerseits durch ihre idiomatische Selbstständigkeit und unterstützen anderseits die Erzählhandlung in markanter Weise. Die herausragende schauspielerische Qualität der beiden Sprecher hebt zudem dieses Hörspiel auf ein außerordentlich hohes Niveau.

Februar

© SRF
DER LETZTE SCHNEE
von Arno Camenisch
Regie: Geri Dillier
Komposition: Jul Dillier
Produktion: SRF
Länge: 49'09‘‘
Erstsendung: 15.02.2019
Die Begründung der Jury

In der Hörspielbearbeitung seines Romans „Der letzte Schnee“ beschreibt Arno Camenisch die Zwiegespräche der beiden Besitzer eines betagten Skischlepplifts, Paul und Georg, in der Einsamkeit des Bündnerlands in den Schweizer Alpen. Es sind die Zeiten des Klimawechsels, des immer öfter ausbleibenden Schnees, noch hat die Saison nicht wirklich begonnen. In den Dialogen, oft aber auch Monologen der beiden alten Hüter ihres Skischlepplifts entfaltet Arno Camenisch mit „Der letzte Schnee“ ein Endzeitstück, das niemals schwarzmalend daherkommt, sondern die Protagonisten immer in freundlicher, fast melancholischer Erwartung des Endes ihrer Bestimmung und damit auch der Schnee- und Skitradition ihres Bündner Landes beschreibt.

Camenisch nutzt den Kreislauf des endlos abspulenden Skilifts als Definitionsbereich für die Lebensläufe, als Metapher für die mäandernden Erfüllungswege und Erwartungen der beiden Protagonisten: ein trauerndes, aber nie deprimiertes Abschiednehmen vom geregelten Zieleinlauf ihrer Pläne, ihrer Illusionen, ein sich Erfreuen am Leben mit dem Ende vor Augen.

Mit den anekdotenreichen, zart ironischen Gesprächen der beiden Alten schafft Arno Camenisch ein fast meditatives Werk voller blitzend-lebenskluger Einsichten der beiden alpinen Philosophen - grandios gespielt von Ueli Jäggi und Stefan Kurt - und ihrem weiten, weisen Blick von ganz oben in die Täler der Realität. In sprachlich überaus poetischer Diktion bietet Camenisch über die Sicht seiner beiden knorrigen Protagonisten den Versuch einer Versöhnung mit den Veränderungen der Zukunft an. Die Musik von Jul Dillier unterstützt mit großartigen, äußerst einfachen, aber extrem wirksamen Statements eines einsamen Akkordeons die Melancholie des Textes, bleibt dabei aber immer der literarischen Struktur verpflichtet. Auch die Schlusssequenz von Arno Camenischs Hörspiel „Der letzte Schnee“ klingt nach dem ersten erschrockenen Wahrnehmen fast wie eine freundliche Tröstung: „Man will sich gar nicht ausmalen, was der Herrgott im Himmel als Nächstes bereithält. Wenn es hochkommt, beginnt er vermutlich noch, die Berge ins Tal zu stürzen und macht uns alle zu Staub.“ - „Der Tod kuriert uns vom Leben.“ - „Und wir stehen hier wie zwei Pajasse, parat für die nächsten fünfzig Jahre, was für ein komisches Los wir da gezogen haben.“ - „Da käme man glatt auf die Idee, zu den Narren zu halten - anstatt zu den Heiligen."

Januar

© C. Wittmann
AUDIO.SPACE.MACHINE
Ein Bauhaus-Konzeptalbum
von wittmann/zeitblom
Regie und Komposition: wittmann/zeitblom
Redaktion: Sabine Küchler
Produktion: Dlf/NDR/SWR in Zusammenarbeit mit IMF
Länge: 60'09‘‘
Erstsendung: 12.01.2019


tl_files/uploads/akademie/bilder/hoerspiel/2010/play.gif reinhören

Die Jury spricht eine lobende Erwähnung für das Hörspiel Der Reisende (NDR/ Bearbeitung und Regie Irene Schuck) nach dem gleichnamigen Roman von Ulrich Alexander Boschwitz aus: über hervorragende sprecherische Leistungen und in einer wirkungsvollen Balance zwischen Sprache und unterstützender akustischer Musik ermöglicht das Hörspiel einen Einblick in den beklemmenden Alltag der NS-Diktatur
Die Begründung der Jury

100 Jahre Bauhaus in Weimar – nur ein historisches Datum?

Das Autorenduo wittmann/zeitblom widerspricht.In ihrem Hörspiel Audio.Space.Machine mit dem Untertitel „Bauhaus-Konzeptalbum“ unterziehen die Autoren die Idee des Konzepts „Bauhaus“ einer radikalen Reflexion: In achtzehn Modulen und Fragestellungen entfalten wittmann/zeitblom die Vielschichtigkeit des „Bauhaus“-Stils und derjenigen Gegensatzpaare, für die er scheinbar bis heute steht: „Simplicity versus Complexity“, „Reduktion versus Abstraktion“, „Luxusbedarf versus Volksbedarf“, „Hat Kunst eine politische Dimension?“. Die Autoren stellen dabei die Frage: Was bedeutet „Bauhaus“ gerade in unserer heutigen digitalen Welt für die Individualität des Menschen? Über eine anregende Balance zwischen O-Tönen, rhythmisierten, grooveanimierten Textstrecken, Soundscapes, und erstaunlich experimentellen Spielelementen reflektieren wittmann/zeitblom die Ideologie des „Bauhaus“ in einer beeindruckend variablen Fülle der eingesetzten akustischen Mittel. In genussvoll-kulinarischen Sequenzen werden die ZuhörerInnen in das widersprüchliche Verhältnis zwischen Funktionalität und Individualität hineingezogen – durchaus auch mit dem wirksamen Mittel der Ironie.

Über die Methode einer künstlerischen Dialektik erreicht das Hörspiel auf diese Weise bei seinem Publikum eine neue, sich immer wieder selbst erneuernde Betrachtungsweise des Phänomens „Bauhaus“. „Audio.Space.Machine“ würdigt das Projekt „Bauhaus“ in dessen Jubiläumsjahr als Hörspiel in Form einer überaus lebendigen Klangarchitektur und bereitet damit große Lust, sich in dessen Komplexität zu vertiefen.